21.06.16
Nachhaltige Unternehmensentwicklung

Thalfang / Maria Laach, 22. Juni 2016

Im für die Milchwirtschaft schwierigen Jahr 2015 hat sich Hochwald mit einem Umsatz von 1,44 Mrd. € besser behauptet als der deutsche Branchenschnitt. Auch der Milchauszahlungspreis war, wie in den Unternehmenszielen verankert, wiederholt besser als der Bundesschnitt. Das laufende Geschäftsjahr ist unter schwierigen Bedingungen gestartet, das weltweit hohe Milchaufkommen trifft auf eine weiterhin schwächelnde Nachfrage. Mit der Neuausrichtung der Hochwald Gruppe und einem Kostenoptimierungsprogramm setzt Hochwald auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung.

Geschäftsjahr 2015

2015 haben die weltweit hohe Milchproduktion und die gleichzeitig verhaltene Nachfrage zu einem Überangebot an Milch geführt. Die vergleichsweise hohen Milchpreise in den Vorjahren haben die Erzeugung stimuliert, das Wachstum des weltweiten Handels mit Milcherzeugnissen wurde – aufgrund schwächerer Nachfrage aus China und des russischen Handelsembargos –  hingegen unterbrochen. Die Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2015 wurde hiervon geprägt. Im Berichtsjahr sind die Umsatzerlöse um 9,4 % auf 1.440,3 Mio. € (Vj. 1.589,6 Mio. €) gesunken. Den größten Anteil am Umsatz trägt der Export. Das Geschäft war zwar vom Rohölpreisverfall und von politischen Krisen in einigen Absatzländern geprägt, insgesamt konnte das Volumen jedoch im Vergleich zum Vorjahr bei leicht rückläufigen Preisen gehalten werden, der Umsatz mit Drittländern wurde sogar um mehr als 7 % gesteigert.

Das Eigenkapital hat sich im Berichtsjahr positiv entwickelt, mit der Ausgabe von Genussscheinen sind 2014 und 2015 über 16 Mio. € angelegt worden. Die Eigenkapitalquote hat sich von 28,9 % auf 30,2 % verbessert. Die Vertreterversammlung hat eine erneute Genussscheinemission von 25 Mio. € beschlossen.

Die Investitionen im Berichtsjahr bewegten sich mit 91 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres. Größtes Projekt war der Bau einer Produktionsanlage für entmineralisiertes Molkenpulver. Damit hat sich die Unternehmensgruppe das wertschöpfungsstarke Geschäftsfeld Baby- und Kindernahrung erschlossen. Trotz der hohen Investitionen in den neuen Geschäftsbereich konnten die Finanzverbindlichkeiten auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden. Die Finanzkennziffern sind solide.

Die Entwicklungen auf dem Milchmarkt haben auch die Milchpreise unter Druck gesetzt. Die globalen Milchauszahlungspreise sanken im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Viertel. An die Milchlieferanten der Hochwald Milch eG konnte im Berichtsjahr ein Leistungspreis bei 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß inklusive Nachzahlung ohne Umsatzsteuer von 30,80 ct/kg ausgezahlt werden; der Milchpreis liegt damit 1,50 ct/kg (Vj.: 1,15 ct/kg) über der durchschnittlichen gesamtdeutschen Milchauszahlungsleistung. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Abstand zum Bundesdurchschnitt weiter vergrößert.

Entwicklung 2016

Der Umsatz der Hochwald Gruppe wird sich in 2016 weiter verringern. Das Jahr ist unter schwierigen Bedingungen gestartet, das hohe Milchaufkommen trifft auf weiterhin schwächelnde Nachfrage. Politische Krisen in einigen arabischen Ländern und in Afrika sowie der Verfall der Ölpreise führen dazu, dass einige Länder ihre Milchimporte drosseln. Das internationale Geschäft leidet unter der stagnierenden Entwicklung auf den Weltmärkten, allerdings sind erste Anzeichen einer Erholung erkennbar.

Detlef Latka, Chief Financial Officer: „Wir erwarten trotz der Marktentwicklung, dass auch in 2016 ein überdurchschnittlicher Milchpreis – allerdings auf niedrigerem Niveau als 2015 – von der Unternehmensgruppe gezahlt werden kann. Bereits in den ersten Monaten lag der Auszahlungspreis über dem Bundesdurchschnitt.“

Hochwald setzt weiter auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung und baut wertschöpfungsstarke Geschäftsfelder aus. „Mit der Erschließung des Geschäftsfeldes Baby- und Kindernahrung und der Inbetriebnahme des Trockenwerkes in Hünfeld haben wir bei Hochwald ein neues Niveau der Veredelung von Milch erreicht“, so Chief Operating Officer Karl Eismann.

Ende 2015 wurde zusammen mit einem Beratungsunternehmen mit der Entwicklung einer neuen strategischen Ausrichtung „Hochwald 2020“ begonnen. Erste Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. Der Verkauf des Fleischwerkes in Meppen und Kooperationen wie mit der Schwälbchen Molkerei AG sind Bausteine des Umbaus der Unternehmensgruppe. Angesichts der Situation auf dem Milchmarkt hat Hochwald in 2016 das Kostenoptimierungsprogramm umgesetzt, im weiteren Verlauf des Jahres werden ca. 10 Mio. € eingespart.

Wahlen zu Vorstand und Aufsichtsrat der Hochwald Milch eG

Turnusmäßig aus dem Vorstand ausgeschieden sind Hans-Jürgen Sehn (Briedeler Heck), Gilles Louis (F-Holling) und Peter Manderfeld (Hellenthal-Losheim). Hans-Jürgen Sehn hat 2015 sein 65. Lebensjahr vollendet, Gilles Louis stand für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Peter Manderfeld wurde in den Vorstand wiedergewählt und anschließend von der Vertreterversammlung zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Als Stellvertreter wurde Matthias Bug (Petersberg-Böckels) gewählt.

Servatius Bürger (Holsthum) und Hans-Rainer Hofmann (Wölfersheim) haben ebenfalls das 65. Lebensjahr vollendet und scheiden altersbedingt aus dem Vorstand aus. Im Hinblick auf die vorgesehene Gremienstruktur ist eine Nachbesetzung der ausscheidenden Mitglieder nicht vorgesehen. 

Turnusmäßig aus dem Aufsichtsrat sind Anton Streit (Merzig-Mondorf), Jörg Brassel (Albessen), Emil Funk (Hünfeld-Rückers), Rüdiger Henn (Hecken), Richard Lehnen (Wiersdorf), Willy Schäfer (Homberg-Büßfeld), Hans-Ulrich Schmidt (Schotten-Kaulstoss) und Hans-Peter Wacht (Fisch) ausgeschieden. Hans-Ulrich Schmidt, Willy Schäfer und Klaus Ferdinand haben das 65. Lebensjahr vollendet, Emil Funk stand für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Hans-Werner Böhl scheidet vorzeitig aus dem Aufsichtsrat aus. Der Aufsichtsrat wird auf 32 Mitglieder erweitert. Streit, Brassel, Henn, Lehnen und Wacht wurden wiedergewählt. Neu in das Gremium wurden Torsten Kleinheßling (Hamminkeln-Wertherbruch), Stefan Breuer (Mechernich-Dreimuehlen), Peter Carsten Gessler (Altena), Edgar Trimborn (Lohmar), Erich Lipowski (Seck), Inse-Marie Stalter (Zweibrücken), Justus Beier (Nüsttal-Hofaschenbach), Peter Dickert (Lauterbach), Friedrich August Hedtrich (Schlitz), Mark Trageser (Linsengericht-Waldrode), Markus Zacharias (Bad Berleburg-Elsoff) und Karl-Ludwig Kotthoff (Meschede-Remblinghausen) gewählt.

In einer anschließenden Sitzung wurde Anton Streit als Aufsichtratsvorsitzender in seinem Amt bestätigt.