OFFENHEIT &

TRANSPARENZ

INTENSIVE ÖFFENTLICHKEITS­ARBEIT

Der Wirtschaftszweig Landwirtschaft steht oft in der öffentlichen Debatte. Da geht es um Preise, Umwelt und Tierwohl. Viele Debatten sind dabei geprägt von Halbwissen und Unkenntnis über die reale Situation vor Ort auf den Höfen. Dem tritt zum Beispiel die Familie Verbücheln, welche einen Hof betreibt, entgegen und setzt ganz aktiv auf das Thema Öffentlichkeitsarbeit. Und das beginnt bereits in der digitalen Welt: Gleich auf der Startseite ihrer Internetseite lädt die Familie ganz aktiv zur Hofbesichtigung ein.

„Im Prinzip machen wir hier Erwachsenenbildung“, stellt Rainer Verbücheln im Gespräch fest. „Unsere Gäste kommen mit sehr konkreten Vorstellungen – die jedoch meist nichts mit der Realität auf einem modernen Hof wie unserem im Jahr 2019 zu tun haben.“ Denn hier werden am Tag 480 Kühe gemolken, insgesamt leben knapp 700 Tiere auf dem Hof und es werden 300 Hektar Land bewirtschaftet. Heute sind insgesamt vier Familien in der KG vertreten – die drei ursprünglichen Gründungsmitglieder und Sohn Benedikt Verbücheln mit seiner Familie.

LANDWIRTSCHAFT IST EIN WIRTSCHAFTSBETRIEB

Im Jahr 2012 entstand ein neuer Stall sowie ein Melkkarussell mit 40 Plätzen. Dieser Stall war letztendlich auch Auslöser für das Angebot, aktiv Hofführungen für Gruppen zu organisieren, denn aus der Umgebung kamen zahlreiche Anfragen, um den neuen Stall zu besichtigen. Diese Gelegenheit nutzte Familie Verbücheln und führte das Interesse am Hof mit einem Informations- und Unterhaltungsangebot zusammen. Im alten Schweinestall entstand ein Café und Waltraud Verbücheln kann hier ihrer Leidenschaft frönen. „Bei den Landfrauen habe ich dieses Hobby weiter ausbauen können und vor fünf Jahren daraus einen Backservice gemacht“, erzählt sie freudestrahlend. Heute ist ihr Café Ausgangspunkt für die Hofbesichtigungen. Bei leckerem Kuchen oder einem Stück Torte mit einem Kaffee können die Besucher ersten Blickkontakt mit den Hofbewohnern aufnehmen – unmittelbar vor dem Café grasen die Kühe auf der Weide.

VOM KALB ZUR KUH

Viele der jungen Kälber dürfen auf der Weide grasen und damit sie sich zu benehmen lernen, werden in den ersten Tagen erfahrene Milchkühe mit auf die Weide gebracht. „Die Jungtiere lernen sehr schnell von den erfahrenen Kühen“, klärt Rainer Verbücheln die Besucher über die Hintergründe der gemischten Gruppe auf. Auf Herdenmanager Benedikt Verbücheln, ältester Sohn von Rainer und Waltraud Verbücheln, hören die Tiere (fast) aufs Wort. Als er sie ruft, kommen sie von allen Seiten – von forsch im Galopp bis gemütlich schlendernd. „Denn jede Kuh hat ihr eigenes Gemüt. Das merkt man bereits in den ersten Monaten“, weiß Benedikt Verbücheln zu berichten. „Und neugierig sind sie. Alle, ohne Ausnahme.“

MUT ZUR OFFENHEIT

In 1,5 Stunden erhalten die Besuchergruppen Information pur rund um die moderne Landwirtschaft. Selbstverständlich bleiben da Fragen und kritische Anmerkungen nicht aus, wie Familie Verbücheln berichten kann. „Darauf waren wir vorbereitet und wenn wir ehrlich sind, war das einer unserer Beweggründe, mit den Führungen zu starten“, so Waltraud und Rainer Verbücheln. „Vieles können wir in aller Ruhe auf dem Hof erklären und so zu einem besseren Verständnis für die Landwirtschaft beitragen.“

TRANSPARENZ SORGT FÜR VERSTÄNDNIS

Die Familie berichtet auch über den Werdegang einer Kuh bis hin zur Schlachtung. „Das gehört zum Thema Transparenz mit dazu“, meint Rainer Verbücheln. „Unsere Tiere werden nach ihrer aktiven Zeit geschlachtet und zu Fleisch und Wurst verarbeitet.“ Konzepte wie die Führungen der Familie Verbücheln können Vorurteile reduzieren oder gar ganz entkräften und für ein deutlich höheres Verständnis sorgen, woher unsere Nahrungsmittel stammen.

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09.08.2020 |pdf (1 MB)
"Gegen Vorurteile hilft nur eins: Offenheit und Transparenz"

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