30.10.19
5. Zukunftsforum Milch

Hochwald Genossenschaft beleuchtet Schnittmengen von Milchmarkt, Gesellschaft und Landwirtschaft

Prognosen sind stets mit Unwägbarkeiten verbunden, das wissen auch die Organisatoren des Zukunftsforums der Hochwald Milch eG. Doch eine strategische Beschäftigung mit Zukunftsfragen ist für die Landwirte und Mitglieder der Genossenschaft inzwischen zu einer guten und produktiven Tradition geworden. Bereits zum fünften Mal fand in der Kulturhalle in Ochtendung das Hochwald Zukunftsforum statt. Der Jugendbeirat der Genossenschaft – federführend in der Organisation der Veranstaltung – stellte in diesem Jahr die Beziehung bzw. die Schnittmengen von Markt, Gesellschaft und Landwirtschaft in den Fokus und bewies Mut, sich dabei aktiv mit unterschiedlichen Positionen auseinanderzusetzen.  Neben Referenten wie Christian Däumler von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) oder Karin Monke vom Milchindustrie-Verband e.V. referierten vor rund 300 Erzeugern und der Geschäftsführung unter anderem auch Martin Hofstetter von Greenpeace und der praktische Philosoph Markus Melchers. Peter Berndgen als Werbefachmann und Dr. Bianca Lind vom Bundesverband Rind und Schwein rundeten mit praktischen Tipps die Vortragsreihe ab.

Zuerst erhielten die Landwirte einen Überblick über die aktuellen Ergebnisse der Marktforschung und den sich abzeichnenden Trends. So konnte Christian Däumler mit seinen Zahlen zum Beispiel eindrucksvoll den Rückgang der Mahlzeiten belegen, die zuhause gegessen werden. Der Außer-Haus-Verzehr hat in den letzten 15 Jahren erheblich zugenommen – mit entsprechenden Veränderungen in der privaten Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel. Gleichzeitig belegen die Zahlen der GfK die weiterhin vorhandene Lücke zwischen den in Umfragen geäußerten Ansichten und Einstellungen der Verbraucher und der konkreten Nachfrage im Handel. Am Kühlregal regiert weiterhin der Preis.

Nach diesem Blick auf den deutschen Verbrauchermarkt wagte Karin Monke einen Ausblick auf den Export. Zum ersten Mal seit 2013 wurde im Sommer 2019 ein leichter Rückgang der weltweiten Milchmenge notiert, wobei es gleichzeitig innerhalb der EU zu starken Verschiebungen kam. Wichtige Kennzahlen, wenn man bedenkt, dass 49 % der deutschen Milch exportiert wird. Trotz bestehender Handelshemmnisse – etwa den russischen Sanktionen– kann die deutsche Milch im internationalen Wettbewerb Erfolge erzielen. Ursache ist die hohe Qualität der Roh-Milch und die hohe Qualität der Verarbeitung. Made in Germany ist zwar (noch) nicht preiswirksam, aber ein wichtiges Marktzugangskriterium. Ungewiss bleibt, wie sich der Brexit auf die Marktverhältnisse auswirken wird.

Eine ganz ungewohnte Perspektive stand im Anschluss auf dem Programm. Markus Melchers beleuchtete Fragen zur Tierethik aus philosophischer Sicht und plädierte für eine Ergänzung der Ausbildung von Landwirten. Fragen der Tierethik sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und bedürfen einer Antwort auch aus landwirtschaftlicher Sicht. Polemik und Beleidigungen – von beiden Seiten in der Diskussion genutzt – ändern nichts. Innerhalb der landwirtschaftlichen Ausbildung sollte dies ebenso ein Thema sein wie in Fortbildungen, forderte er.

Offen und trotzdem nicht konfrontativ – so lässt sich am besten der Vortrag von Martin Hofstetter von Greenpeace beschreiben. Er skizzierte dem, zuerst reservierten, Publikum, die aktuelle Diskussion rund um die Milch und wie Greenpeace Kampagnen plant und durchführt. Der Diplom Agraringenieur überzeugte durch seine gelassene und sachliche Art, auch wenn in der Sache sicherlich weiterhin Unterschiede bestehen blieben. Klar zeigte er aus seiner Sicht auf, warum und mit welchen Themen die Milcherzeuger in den nächsten 20 Jahren in den Fokus kommen könnte.

Etwa beim CO2 Ausstoß. Beträgt der Anteil der Landwirtschaft hier heute lediglich rund 7 Prozent wird dieser Anteil in den nächsten Jahren durch die ergriffenen Maßnahmen in anderen Bereichen – Stichwort Braunkohleausstieg – stark ansteigen. Der Druck auf Maßnahmen in der Milchwirtschaft bzw. den Agrarsektor allgemein wird dementsprechend zunehmen. Eine zweite Frage ließ er hingegen selbst offen: Steht der gesamte Sektor nur vor Veränderungen oder setzt eine disruptive Entwicklung ein? Bei Fleisch sieht er bereits erste Zeichen dafür.

Ganz praktische Hof-PR stand nach dem Mittagessen im Mittelpunkt. Peter Berndgen sieht hier einen entscheidenden Schlüssel für den Erfolg der Landwirtschaft. Das Vertrauen in die Landwirtschaft ist immer noch sehr hoch, wie Umfragen zu vertrauenswürdigen Berufen belegen. Dieses Vertrauen gilt es zu festigen, durch positive, aktive Kommunikation. Er ist überzeugt, dass die gesamte Branche einen enormen kommunikativen Rückenwind hätte, wenn 15 – 20 % der landwirtschaftlichen Betriebe aktiv kommunizieren würden, .

Eine Kerbe in die auch Dr. Bianca Lind vom Bundesverband Rind und Schwein schlug. Denn es gibt sie, die positiven Geschichten, die man erzählen kann. So hat praktisch jeder Milchkuhhalter eine 100.000 Liter Kuh im Stall oder Kühe, die über zehn Jahre alt sind. Gleichzeitig liefert der Verband auch statistische Zahlen, die zeigen, dass sich die Gesundheit der Tiere in den letzten Jahrzehnten bei gesteigerter Milchleistung verbessert hat. Sie gab allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Zukunftsforums mit auf den Weg, den Kontakt mit den Menschen zu suchen. Aktiv und stetig, und nicht nur, wenn man einmal in die Kritik gerät.

Die Fragen der Landwirte in der abschließenden Diskussionsrunde mit allen Referentinnen und Referenten des Tages zeigte noch einmal die intensive Auseinandersetzung mit den Zukunftsthemen.

Hatte Peter Manderfeld als Vorsitzender des Vorstandes bei der Begrüßung spaßeshalber gefragt, wer der Anwesenden schon einmal Greenpeace-Vertreter auf den Mond schießen wollte, konnte Klara Wolf als Sprecherin des Jugendbeirates bei ihrem Schlusswort feststellen, dass die meisten Raketenstarts abgesagt wurden: Es geht um einen ehrlichen und intensiven Dialog. Für eine gute Zukunft der Landwirtschaft und der Menschen.

Über die Hochwald Foods GmbH:
Die Hochwald Foods GmbH mit Sitz in Thalfang, Rheinland-Pfalz, deckt mit Produktionsstandorten in Deutschland und den Niederlanden das gesamte Spektrum an Milchprodukten ab. Unter seinem Dach bündelt Hochwald bekannte Marken wie Bärenmarke, Lünebest, Glücksklee, Elinas und Hochwald sowie Handelsmarken und internationale Marken wie Bonny. www.hochwald.de Kontakt
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