25.11.2010

Milchmarkt 2020

Sebastian Wolff (Rabobank), Eckhard Heuser (MIV), Dietmar Pech-Lopatta (GfK), Moderator Anselm Richard (Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe), Mark Trageser (Trageser GbR) und Dr. Karl-Heinz Engel (Hochwald) diskutierten mit den Milcherzeugern die Herausforderungen der Zukunft (v.l.).

Milcherzeuger diskutieren mit Hochwald die Zukunft

Milcherzeuger und Mitglieder der Hochwald-Molkerei diskutierten mit externen Fachleuten über Herausforderungen und Perspektiven bis 2020 / „Zukunftsforum Milch“ der Erbeskopf Eifelperle eG in Ochtendung

Ochtendung/Thalfang – Einen Blick weit über den eigenen Tellerrand hinaus wagten am Dienstag rund 150 Milcherzeuger aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen beim „Zukunftsforum Milch“ der Erbeskopf Eifelperle eG in Ochtendung (Kreis Mayen-Koblenz). Im Mittelpunkt der ganztägigen Veranstaltung stand die Frage, auf welche Entwicklungen und Herausforderungen sich die Milchviehhalter und ihre genossenschaftlich organisierte Molkerei bis zum Jahr 2020 einzustellen haben. Die Genossenschaft ist Muttergesellschaft der Hochwald Nahrungsmittel-Werke in Thalfang (Kreis Bernkastel-Wittlich).

Marktfachleute und andere externe Referenten machten schnell deutlich: Auf die deutschen Milchverarbeiter kommen große Veränderungen zu. Dietmar Pech-Lopatta von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg beleuchtete die künftigen Marktchancen von Milch und Molkereiprodukten. Er kam zu dem Ergebnis, dass allein schon wegen der demografischen Entwicklung in Deutschland der Konsum bis 2020 im Mittel um rund 5 % zurückgehen werde.

Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbands, betonte in seinem Vortrag die Bedeutung des Weltmilchmarktes und des Außenhandels auch für die hiesigen Landwirte. Um die Produktionsbasis zu sichern und nicht Marktanteile zu verlieren, ist es für die Molkereien unverzichtbar, sowohl in andere Länder der Europäischen Union als auch in Drittländer zu exportieren. Besondere Bedeutung maß er dabei Russland und asiatischen Staaten zu. Bereits jetzt werden über 40 % der in Deutschland produzierten Milchprodukte exportiert, dieser Anteil soll steigen.

Einblicke in bisher fremde Geschäftswelten gewannen die Tagungsteilnehmer durch das Referat von Jannes Oosterveld, Generaldirektor beim zweitgrößten niederländischen Käsehersteller DOC Kaas. Er berichtete von der Entwicklung seines Unternehmens zu einem spezialisierten, auf Kostenführerschaft ausgerichteten Käsehersteller. Er erläuterte außerdem, wie sein Unternehmen mit einer aktuellen Befragung der Mitglieder zur zukünftigen, einzelbetrieblichen Milchmenge die langfristige Produktions- und Absatzplanung im Unternehmen organisiert.

Sebastian Wolff von der Rabobank International, der einzigen internationalen Bank für die Agrar- und Lebensmittelindustrie, informierte über verschiedene Wachstumsstrategien und Finanzierungsmöglichkeiten internationaler Molkereigenossenschaften im Bereich der Milchverarbeitung. Investitionen in neue Produktionsanlagen, -werke oder neue Geschäftsfelder bewegen sich in Größenordnungen von zwei- oder dreistelligen Millionenbeträgen. Dieses Mittel muss entweder von den Eigentümern der Genossenschaft, also den Landwirten aufgebracht oder aber am Kapitalmarkt beschafft werden.

Zu all diesen Fragen waren vor allem die Ansichten der praktischen Landwirte gefragt. Mark Trageser, 25-jähriger Milchviehhalter aus dem hessischen Linsengericht, formulierte beispielhaft und sehr eingehend seine Erwartungen an die Hochwald-Molkerei als Vermarktungspartner. Vor allem legt er Wert auf einen dauerhaft überdurchschnittlichen Milchpreis und eine starke Molkerei, die dank kreativen Managements im Markt mit innovativen Produkten fest verankert ist und den Mitgliedern auch langfristig Vermarktungssicherheit gibt.

Kernstück und Abschluss der Tagung war die offene Diskussion mit den Referenten und dem Hauptgeschäftsführer der Hochwald Nahrungsmittel-Werke, Dr. Karl-Heinz Engel. Er betonte, für Hochwald sei weiteres Wachstum wichtig. In Zukunft seien leistungsfähige Unternehmen notwendig, die eine kritische Größe an den Märkten haben. In der deutschen Milchwirtschaft werden heute noch nicht alle Möglichkeiten der Zusammenarbeit genutzt - beispielsweise bei der Milcherfassung, der Produktion oder der Vermarktung – hier seien auch erhebliche Kosteneinsparungen möglich. Hochwald sei im Sinne der Milcherzeuger offen für Gespräche um mögliche Kooperationen - regional, national und international.

Die Resonanz der Landwirte auf die Veranstaltung war durchweg positiv. Die Möglichkeit,  frühzeitig über weltweite Trends und deren Auswirkungen auf die eigene Molkereigenossenschaft mit Experten und Verantwortlichen zu diskutieren, wurde rege wahrgenommen. Darüber hinaus bestand reichlich Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit Berufskollegen, den Vertretern von Hochwald und der Muttergenossenschaft Erbeskopf Eifelperle eG sowie den Referenten.

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